IV.4.2 Die Datenbank

Um die Fülle der Daten angemessen verwalten zu können, wurde im Zuge der Zuordnung der einzelnen Belege zu den jeweiligen Wortspieltypen eine Computerdatenbank erstellt. Für jeden Wortspielbeleg wurde ein Datensatz mit jeweils 11 Feldern angelegt.

BSt.: A06-129 Nr.: 3
Produkt/Firma: Opel Branche: Auto
Stichwörter: diese Art "Raum-Fahrzeug"
kT/A: 1 Typ: 1 spE: 2 i/e: 1
gest?: n Pos.: Text

Abb. IV.3: Beispiel für ein Datenbankformular (Abkürzungen: BSt.: Belegstelle; kT/A: Komplexes-Text-Spiel/Ausdrucksanomalie; spE: sprachliche Einheit; i/e: textintern/textextern bzw. intralingual/interlingual; gest?: durch ein Bild gestützt?; Pos.: Position.)

Die ersten beiden Felder (BSt.; Nr.) waren dabei für die Belegstelle und die laufende Nummer des Wortspiels innerhalb der Anzeige bestimmt. Die Belegstelle wurde in einer sechsstelligen Buchstaben-Zahlen-Kombination codiert, um ein Sortieren der Datensätze nach Zeitschriften zu ermöglichen. Diese Kombination besteht immer aus einem Buchstaben als Kürzel für die Zeitschrift (A für AUTO MOTOR & SPORT, B für BRIGITTE und S für DER SPIEGEL), einer zweistelligen Zahl für die Nummer der Ausgabe (da es sich nur um Zeitschriften des Jahrgangs 1997 handelt, erübrigte sich die Kennzeichnung der Jahreszahl) und einer dreistelligen Zahl, welche die Nummer der ersten Seite der jeweiligen Anzeige wiedergibt. Dieser Belegstellen-Code wird im zweiten empirischen Teil ebenfalls verwendet, um auf eine Anzeige zu verweisen (B04-114 bedeutet also beispielsweise, daß sich die betreffende Anzeige in der Brigitte Nr. 4/97 auf der Seite 114 befindet.)
In Feld Nummer 3 und 4 fanden der Name der werbenden Firma bzw. des beworbenen Produkts und die zugehörige Branche Platz. In ein weiteres Feld wurden Stichwörter eingetragen, die den Wortspielbeleg näher kennzeichnen, um ein Auffinden von bestimmten Belegen zu erleichtern.
Für die Bestimmung des jeweiligen Wortspieltyps waren die Felder 6 bis 9 reserviert. Jedes dieser Felder beinhaltet nur eine Zahl, die eine Unterscheidung darstellt. Im Einzelnen wurde unterschieden:

  • Feld 6 (kT/A): Komplexes-Text-Spiel (1) oder Ausdrucksanomalie (2).
  • Feld 7 (Typ): Bei Komplexen-Text-Spielen: Amphibolie (1), Variation (2), Substitution (3) oder Paronomasie (4). Bei Ausdrucksanomalien: Anomale Kombination (1), Systemleerstellen-Neologismus (2) oder Lautverschriftung (3).
  • Feld 8 (spE): Sprachliche Einheit: Lexem (1), Lexie (2), Eigenname (3) oder Kurzform (4).
  • Feld 9 (i/e): Bei Komplexen-Text-Spielen: Textintern (1) oder textextern (2). Bei anomalen Kombinationen und Systemleerstellen-Neologismen: Keine Unterscheidung (immer 1). Bei Lautverschriftungen: intralingual (1) oder interlingual (2)

Als Ganzes ergeben die vier Felder aneinandergereiht einen Code, der den vorliegenden Wortspieltyp angibt. Insgesamt ergeben sich aus dem in Kapitel II Dargestellten 46 theoretische Möglichkeiten, die in Tab IV.4 (s.u.) mit ihrem Code aufgeführt sind.
Zusätzlich zu der Unterscheidung zwischen textinternen und textexternen Komplexen-Text-Spielen wurde im zehnten Feld (gest?) für alle Wortspieltypen vermerkt, ob sie durch einen außersprachlichen Kontext gestützt werden oder nicht. In das letzte Feld (Pos.) wurde schließlich die Position des Wortspiels in der Anzeige eingetragen.

CodeWortspieltyp
1111 textinterne Lexem-Amphibolie
1112 textexterne Lexem-Amphibolie
1121 textinterne Lexien-Amphibolie
1122 textexterne Lexien-Amphibolie
1131 textinterne Eigennamen-Amphibolie
1132 textexterne Eigennamen-Amphibolie
1141 textinterne Kurzform-Amphibolie
1142 textexterne Kurzform-Amphibolie
1211 textinterne Lexem-Variation
1212 textexterne Lexem-Variation
1221 textinterne Lexien-Variation
1222 textexterne Lexien-Variation
1231 textinterne Eigennamen-Variation
1232 textexterne Eigennamen-Variation
1241 textinterne Kurzform-Variation
1242 textexterne Kurzform-Variation
1311 textinterne Lexem-Substitution
1312 textexterne Lexem-Substitution
1321 textinterne Lexien-Substitution
1322 textexterne Lexien-Substitution
1331 textinterne Eigennamen-Substitution
1332 textexterne Eigennamen-Substitution
1341 textinterne Kurzform-Substitution
1342 textexterne Kurzform-Substitution
1411 textinterne Lexem-Paronomasie
1412 textexterne Lexem-Paronomasie
1421 textinterne Lexien-Paronomasie
1422 textexterne Lexien-Paronomasie
1431 textinterne Eigennamen-Paronomasie
1432 textexterne Eigennamen-Paronomasie
1441 textinterne Kurzform-Paronomasie
1442 textexterne Kurzform-Paronomasie
2111 Anomale Kombination von Lexemen
2121 Anomale Kombination von Lexien
2131 Anomale Kombination von Eigennamen
2211 Lexem-SLN
2221 Lexien-SLN
2231 Eigennamen-SLN
2311 intralinguale Lautverschriftung mit Lexemen
2312 interlinguale Lautverschriftung mit Lexemen
2321 intralinguale Lautverschriftung mit Lexien
2322 interlinguale Lautverschriftung mit Lexien
2331 intralinguale Lautverschriftung mit Eigennamen
2332 interlinguale Lautverschriftung mit Eigennamen
2341 intralinguale Lautverschriftung mit Kurzformen
2342 interlinguale Lautverschriftung mit Kurzformen
Tab.: IV.4: Theoretisch mögliche Wortspieltypen und ihre Codes
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