V.1.6 Auswertung nach Wortspieltypen

Auf die genauen Zahlen, wie oft welcher Wortspieltyp im Korpus auftaucht, wird im Rahmen der qualitativen Analyse eingegangen, daher folgen an dieser Stelle nur einige grundsätzliche Auffälligkeiten.
96,5% aller im Korpus enthaltenen Wortspielbelege bilden in irgendeiner Weise einen komplexen Text, der Anteil der reinen Ausdrucksanomalien beläuft sich lediglich auf 3,3%.130 Innerhalb der Komplexen-Text-Spiele gibt es ebenfalls eindeutige Präferenzen: Bei gut drei Vierteln von ihnen handelt es sich um Amphibolien; Substitutionen machen rund 14% aus; Paronomasien sind mit knapp 9% ebenfalls noch relativ häufig vertreten; nur etwa 1,5% Prozent der Komplexen-Text-Spiele sind Variationen. Es liegt also ganz klar ein Schwerpunkt auf den vertikal realisierten Typen.
Der Großteil der Komplexen-Text-Spiele ist auch ohne außersprachlichen Kontext verständlich, bei etwas mehr als einem Viertel war hingegen ein Bild oder eine bildliche Darstellung nötig, um die Mehrdeutigkeit klarzustellen. Das widerspricht nicht der Erkenntnis, daß insgesamt bei mehr als der Hälfte der Belege das Wortspiel in irgendeiner Weise von einem Bild oder ähnlichem gestützt wurde, das Verständnis des Wortspiels aber nicht unbedingt von ihm abhängig war.
Verschiedene der theoretisch möglichen Wortspieltypen sind überhaupt nicht vertreten: Besonders auffällig ist hierbei, daß horizontale Wortspiele abgesehen von zwei Lexem-Variationen nur als textinterne Varianten zu verzeichnen waren. Zudem wurden mit Kurzformen nur Amphibolien, Paronomasien und eine Lautverschriftung gebildet.
Mehr als 60% aller Wortspiel-Belege sind den Lexien-Spielen zuzuordnen, erheblich weniger Wortspiele werden mit Lexemen erzeugt (35%). Der Anteil der Wortspiele mit Eigennamen und Kurzformen an den Belegen des Korpus ist im Vergleich dazu verschwindend gering.
Schließlich ist in diesem Zusammenhang noch eine interessante - wenn auch nicht weiter verwunderliche - Tatsache zu erwähnen: Mehr als ein Viertel aller Eigennamen-Wortspiele waren in Slogans zu finden ist, obwohl, wie bereits ausgeführt, die Slogan-Wortspiele nur knapp 6% aller Belege ausmachen.

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